Interviews

Interview mit der Redaktion der Nautilus, dem Magazin des deutschen Jules Verne Clubs

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Nordpolpilger auf der Nautilus

Vor etwa zehn Jahren stieß ich durch Zufall auf eine Rezension des damals gerade erschienenen Albums In Search of Castaways der deutschen Band Nautilus. Der Titel ließ mich aufhorchen, denn Jules Vernes Roman Die Kinder des Kapitän Grant war in englischsprachigen Ländern als In Search of the Castaways erschienen. Wie, eine ganze CD zum Kapitän Grant? Die Beschreibung des Rezensenten und das Cover der CD – ein geheimnisvolles, versunkenes Schloss – machten mich neugierig, und so bestellte ich mir das besprochene Album ganz spontan. Um es kurz zu machen: Ich war begeistert! Nautilus‘ sanfte Gitarren- und Synthesizerklänge nahmen mich sofort gefangen und entführten mich in ferne Länder. Titel wie „Paganel’s Dream“ oder das 22-minütige „In Search of Castaways“ zeigen sehr deutlich, wo die Reise hingeht. Die Musik von Nautilus ist – von wenigen Sprachsamples abgesehen – vollständig instrumental und eignet sich gleichermaßen als intensives Hörerlebnis unter Kopfhörern wie auch als Soundtrack zum Buch. Ein Blick auf die Diskografie der Band enthüllt schließlich die einzigartige Tatsache, dass sich die ersten 5 Nautilus-Alben jeweils mit einem bestimmten Jules Verne-Roman beschäftigen: Rising Balloon geht mit uns fünf Wochen lang auf Ballonreise, Underground Visions nimmt uns mit zum Mittelpunkt der Erde, mit Solar Moon begleiten wir die Herren Barbicane, Nicholl und Ardan alias Ludwig, Obel und Strätz auf dem Flug zum Mond. Auf North Pole Pilgrim bereisen wir zusammen mit Kapitän Hatteras das Nordpolarmeer, während In Search of Castaways mit Jacques Paganel & Co. auf die Suche nach Kapitän Grant geht. Doch genug der Vorrede, lassen wir lieber Martin Ludwig selbst zu Wort kommen.

JVC: Martin, zuerst einmal vielen Dank, dass du Zeit für uns gefunden hast. Du hast mit Nautilus zwischen 1998 und 2008 insgesamt sechs Alben herausgebracht. Danach wurde es still um euch. Was ist inzwischen passiert?

ML: Einiges, das die Nautilus zum Stillstand gebracht hat. Persönliche und berufliche Gründe. Ich selbst hatte mich mit einem sozialen Projekt selbständig gemacht, unser Gitarrist Werner hat sich verstärkt politisch/gewerkschaftlich engagiert und unser letztes drittes Mitglied Jürgen hat sich dem Schreiben zugewandt. Es war vorher schon aufwändig, da unsere Wohnorte weit auseinander liegen, aber in den letzten Jahren hatten wir immer weniger Zeit für Nautilus übrig.

Hinzu kommt, dass der CD-Markt in den letzten Jahren doch ziemlich eingebrochen ist. Bereits bei der letzten CD mussten wir die Hälfte der Produktionskosten übernehmen, damit das Label das stemmen konnte. Nun macht zwar keiner, der solche „Nischenmusik“ macht, die im Formatradio völlig ignoriert wird, dies aus finanziellen Gründen, aber wenn man vierstellige Beträge abstottern muss, damit eine CD überhaupt veröffentlicht wird, führt dies schon zu einer gewissen Resignation. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend …

JVC: Wenn ich die Musik von Nautilus beschreiben soll, dann fallen mir als erstes Namen wie Pink Floyd, Tangerine Dream, Mike Oldfield oder Vangelis ein. Wo siehst du eure wichtigsten musikalischen Einflüsse?

ML: Die ersten drei Namen kann ich für mich persönlich schon als wichtige Einflüsse bestätigen, Vangelis weniger. Im Prinzip gibt es nur ein Nautilus-Stück, das man mit Vangelis vergleichen kann, nämlich „The final discovery“. Dieses geht auf unser kurzzeitiges Mitglied Ralf Weiden zurück, der für In Search of Castaways diese, wie ich finde, sehr gelungene Persiflage auf „Conquest of Paradise“ einbrachte. Werner kommt dagegen aus der Blues-Ecke und würde wohl Rory Gallagher als größten Einfluss nennen. Uns war es aber von Beginn an wichtig, unseren eigenen Stil zu finden und nicht wie jemand Anderes zu klingen. Sehr großen Anteil in den ersten Jahren daran hatte Ralf Obel, mit dem ich Nautilus 1998 als reines Elektronik-Duo ins Leben rief (Gitarrist Werner Strätz war bei den ersten beiden Alben zunächst „nur“ Gastmusiker). Er sorgte als Sampling-Spezialist bei den ersten vier Alben u.a. auch für den damaligen World Music-Touch, der für die Jules Verne-Thematik ja durchaus stimmig ist, wenn ich beispielsweise an „The Mystery Jungle“ vom ersten Album denke.

Ich selbst bin zudem noch ein ganz großer Beatles-Fan. Und irgendwie ist „Yellow Submarine“ (insbesondere der Film) ja eine Art Pop-Art-Variante zur Nautilus

JVC: Für sehr Nautilus-typisch halte ich den warmen Klang eurer Musik. Von Anfang an ist Grobschnitt-Musiker Eroc für das Mastering zuständig. Wie kam dieser Kontakt zustande?

ML: Grobschnitt waren lange Jahre meine absolute Lieblingsband und pflegten immer intensiven Kontakt zu ihren Fans, insbesondere Eroc – auch nach seinem Ausscheiden. Ich hatte seine Telefonnummer und Adresse und schickte ihm einfach eine Demo-Aufnahme eines Stückes. Er hat sich prompt gemeldet und meinte, dass man da was schönes draus machen könnte. Also bin ich mit Werner zusammen zu ihm ins Studio gefahren, Werner hat die Gitarre zu meinem laufenden Demo eingespielt, die Eroc noch mit einigen Drum-Samples versehen hat und fertig war das spätere Titelstück für unsere erste CD Rising Balloon. Das war speziell für mich schon ein besonderes Erlebnis. Der Mann, den ich als Teenager nach Konzerten um ein Autogramm bat und der zu den gefragtesten Mastering-Spezialisten weltweit gehört, produziert auf einem Mischpult, das den 20-fachen Wert meines kompletten Equipments hat, ein Musikstück von mir. Als ich mir die fertige Aufnahme das erste Mal zuhause angehört habe, hab ich geheult wie ein kleines Kind. Der Kontakt ist geblieben und wir haben dann ab der zweiten CD unsere CDs komplett von ihm mastern lassen, was letzten Endes auch nur möglich war, weil er ein großes Herz für kleine Musikanten hat, die sich eine solche Professionalität bzw. deren Kosten eigentlich gar nicht leisten könnten.

JVC: Alle Nautilus-Alben drehen sich um Jules Verne und seine Bücher. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht diese Thematik auf dich zurück? Welche Rolle spielt oder spielte Jules Verne in deinem Leben?

ML: Ich war schon als Kind eine große Leseratte und stand auf Abenteuerfilme. Am allermeisten hatten es mir die ZDF-Vierteiler angetan und ich wollte nach so einem Weihnachts-Vierteiler auch immer die Bücher lesen, nach denen sie entstanden sind. So hab ich dann im zarten Alter von sieben Jahren bereits den Seewolf gelesen und mehrfach Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Und so bin ich damals wie selbstverständlich auch in die Buchhandlung gegangen, nachdem Zwei Jahre Ferien lief. Das war mein erstes Verne-Buch, die damalige Sonderausgabe des Diogenes-Verlags. Darin stieß ich auf die Erwähnung weiterer Verne-Titel, die mir bekannt vorkamen, insbesondere Die geheimnisvolle Insel, von der 1973 ein Sechsteiler in der ARD lief, den ich mit großer Begeisterung gesehen hatte. Von da an war ich völlig Verne-infiziert und gab mein Taschengeld zunächst für die 20-bändige Fischer-Taschenbuchausgabe aus und ließ mir wenig später die Bärmeier & Nickel-Ausgabe zu Weihnachten schenken.

JVC: War dir von Anfang an bewusst, dass die Fischer-Ausgabe stark bearbeitet ist? Viele Leute, die mit dieser Ausgabe aufgewachsen sind, lieben sie trotzdem, obwohl sie stellenweise eher nacherzählt als übersetzt ist.

ML: Mir war das damals recht schnell bewusst, da ich ja die dicke Sonderausgabe von Zwei Jahre Ferien bereits hatte und die Unterschiede waren schon sehr deutlich. Ich habe mir dann auch nach einer Weile die Diogenes-Ausgaben zugelegt. Die sind sicher besser, aber von Zwei Jahre Ferien abgesehen, waren die Fischer-Bände in Bezug zu vielen anderen Romanen mein Verne-Einstieg. Wenn ich Verne heute wirklich lesen will, greif ich lieber zu anderen Übersetzungen, aber als leichte Urlaubslektüre sind die von Fischer immer noch eine pfiffige Möglichkeit.

Mit 12 Jahren etwa begann ich nach den Hartleben-Erstausgaben zu suchen und hab den Verlag angeschrieben und bei unzähligen Antiquariaten nachgefragt, was in einer Zeit, in der es noch kein Internet gab, ziemlich aufwendig war – und letzten Endes auch vergebens. Ich musste 34 Jahre alt werden, bis ich das erste Exemplar ergatterte, just zu der Zeit, als unsere erste CD Rising Balloon rauskam. Netter Zufall, dass Verne bei Erscheinen von Fünf Wochen im Ballon exakt genauso alt war. Meine Verbundenheit zu Jules Verne ist geblieben, allerdings haben andere literarische Interessen in den letzten Jahren „aufgeholt“, und so bin ich heute mindestens ein ebenso großer „Sherlockianer“ wie „Vernianer“ …

Ich war auch einige Male in Amiens, habe dort sogar mal an der Mauer des Madelaine-Friedhofs übernachtet und den mit Abstand kuriosesten Museumsbesuch meines Lebens erlebt.

JVC: Da Conan Doyle ja ein Zeitgenosse Jules Vernes war, finde ich das gar nicht so abwegig. Aber jetzt hast du mich neugierig gemacht. Was ist denn damals in Amiens passiert?

ML: Als ich das Museum bzw. Dokumentationszentrum betrat, war ich der einzige Besucher. Ein paar Minuten stand ich rum wie Äppken Doof, dann kam eine Frau, die mich fragte, was ich

denn wolle. Mit meinen paar Brocken Französisch erklärte ich ihr, dass ich das wolle, was man in einem Museum eben so tut. Daraufhin meinte sie, dass sie schnell einen deutschsprachigen Museumsführer für mich holen wolle. Cool, dachte ich mir. Ein persönlicher Führer und das noch vollkommen gratis. Als der dann kam, hätte man vermutlich nicht gerade ein Foto von mir machen dürfen. Selbst am Ballermann wär ich vermutlich noch als Depp des Jahres gekürt worden. Es kam ein kleines Männchen, gefühlt um die 90, mit einer Jules-Verne-Bart-Perücke

(vielleicht aber auch echt), schlohweiß am Ende, um den Mund aber Tabakbraun. Im Mund befanden sich meiner vorsichtigen Schätzung nach exakt zwei Zähne. Er war unglaublich nett und freundlich, aber auch unheimlich betrunken. So bin ich ihm dann in Schlangenlinien durch das Museum hinterhergedackelt. Alles ging gut, bis ich nach Vernes Arbeitszimmer fragte, welches sich ja im Türmchen des Hauses befand. Dummerweise wurde der Treppenaufgang gerade renoviert und war nicht begehbar. Aber da war ja dieses Fenster, von dem man aufs Dach

gelangen konnte und über dieses dann zu den Fenstern des Turms; so könne man sich das Arbeitszimmer von außen durch die Fenster ansehen. Ich vermute zumindest, dass er sowas

ähnliches zu mir gesagt hatte (ich vernahm nur ein Lallen), denn im nächsten Moment war er schon auf allen Vieren über den Fenstersims aufs Dach raus. Ich bekam ihn grade noch so an seinen Hosenträgern zu packen. Ich hab Blut und Wasser geschwitzt, bis ich den guten Mann wieder ins Haus zurückgezogen bekommen habe. Unvergesslich …

JVC: Ende 2015 ist in Berlin eine Ausstellung von Christian Tagliavini zu den Voyages Extraordinaires gestartet, der Blitz-Verlag bringt einen neuen Kapitän Nemo-Roman heraus … Was glaubst du, warum Jules Verne über hundert Jahre nach seinem Tod noch immer als Inspiration für Künstler dient?

ML: Weil es schlichtweg in der Literaturgeschichte keinen phantasievolleren Autor gab, der zudem trotz seiner oft verblüffend real werdenden Visionen dem Leser Raum ließ, seine eigenen Phantasien zu entwickeln bzw. weiterzuspinnen. Das beweisen alleine schon die unzähligen Filme, die z.T. aufgrund nur weniger seiner Motive entstanden sind, aber ihre Basis in seinem Werk haben. Hinzu kommt, dass man wohl auch heute kaum unterhaltsamer seine Allgemeinbildung verbessern kann als durch einen Verne-Roman.

Ich möchte aber betonen, dass für mich selbst die technischen Visionen seiner Bücher nie das ausschlaggebende Kriterium für meine Begeisterung waren. Ich empfinde sein Werk vor allem als romantisch, ähnlich wie Verne es im Eröffnungssatz des Karpatenschlosses ausgedrückt hat.

JVC: Du meinst den berühmten Satz „Die nachfolgende Erzählung ist nicht phantastischer, sie ist nur romantischer Art“. Das geht mir übrigens ähnlich. Der oft kolportierte „Visionär“ Jules Verne existiert für mich nicht in der Art, wie er heute gern von diversen Medien dargestellt wird. Für mich war Verne vor allem ein äußert exakter Chronist der wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften und Möglichkeiten seiner Zeit. Dieser Schnappschuss-Effekt seiner Bücher macht für mich viel des nach wie vor anhaltenden Zaubers aus. Übrigens, der Jules-Verne-Club ist dir nicht ganz neu; du hattest in der Vergangenheit bereits Kontakt zum Club. Wie kam es dazu?

ML: Das war in der Anfangszeit des Clubs, den ich damals im Internet entdeckt habe. Ganz genau weiß ich es nicht mehr – es ist ja schon 15 Jahre her – aber ich glaube, ich habe dem Gründer des Clubs (Dieter ?) eine CD geschickt und mich mit ihm im Jules Verne-Restaurant in Berlin getroffen. Nach seinem Ausscheiden hab ich dann irgendwie den Kontakt verloren, wir haben aber mit „Solar Moon“ damals an einem Kreativwettbewerb des Clubs teilgenommen.

JVC: Stimmt, das war Dieter Michaelis. Das Berliner Restaurant gibt es übrigens heute noch. Hattet ihr bei dem Wettbewerb Glück?

ML: Wir landeten so etwa im Mittelfeld.

JVC: Für mich persönlich bildet euer bis dato letztes Werk Along the Winding Road den musikalischen Höhepunkt eures Schaffens. Vieles, was auf früheren Alben teilweise nur angedeutet war, kommt erst hier zur vollen Blüte, und alles wirkt wie aus einem Guss. Durch den homogenen Klang des Albums könnte man auf die Idee kommen, dass es sich hier eher um die Produktion eines einzelnen Künstlers handelt. Oder war die Band zu diesem Zeitpunkt schon so gut aufeinander abgestimmt?

ML: Da muss ich vielleicht vorausschicken, dass man sich Nautilus nicht wie eine „normale“ Band vorstellen darf, die sich ständig im Proberaum trifft. Jeder von uns hat seine Stücke weitestgehend alleine produziert und es wurde danach von den anderen mit Ausnahme von Werners Gitarrenspuren relativ wenig hinzugefügt, mitunter auch gar nichts. Die ersten vier Alben waren dabei sehr geprägt von den sehr unterschiedlichen Kompositionsweisen von Ralf und mir und damit heterogener gestaltet. Bei In Search of Castaways und Along the Winding Road war Ralf nicht mehr dabei und ich habe produktionstechnisch bei den Stücken der anderen wesentlich mehr eingegriffen als zuvor. Bei ATWR kam noch hinzu, dass ich aufgrund des für mich sehr persönlichen Themas (der gewaltsame Tod meines besten Jugendfreundes) eine durchgehende sehr melancholische Atmosphäre erzeugen wollte. Dabei kam mir der Input von Jürgen Dürrbeck entgegen, dessen Demos bereits in diese Richtung gingen. Man kann es vielleicht auch so sagen: die ersten vier Alben waren zur Hälfte meine „Babys“, die letzten beiden zu zwei Drittel.

JVC: Gleichzeitig ist Along the Winding Road euer erstes Album, auf dem Jules Verne nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint, und mit den beiden Titeln „Last Rise of the Balloon“ und „The End, isn’t it …?“ deutet sich gar das Ende eines Kapitels an. Wie kam es zu diesem thematischen Richtungswandel?

ML: So – nun oute ich mich mal endgültig als Spinner, denn ich hatte ursprünglich eine ähnlich verrückte Idee wie der Musiker Sufjan Stevens. Der wollte zu jedem US-Bundesstaat eine eigene CD machen, hat diese Vorhaben aber bereits nach „Illinois“ und „Michigan“ wieder aufgegeben. Ich hatte tatsächlich im Kopf, den kompletten Verne zu vertonen – und das in chronologischer Reihenfolge (was für die ersten fünf CDs ja auch zutrifft), aber dann wäre Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Südafrika gekommen und das fand ich wenig inspirierend. Da mich zu dieser Zeit eben auch der bereits genannte Todesfall stark beschäftigte, wäre mir eine tonale Umsetzung eines Romans über Vermessungstechnik reichlich albern vorgekommen.

JVC: Das kann ich nachvollziehen. Und es ist absolut legitim, sich auch einmal mit anderen Themen zu beschäftigen. Aber wäre nach dem Kapitän Grant nicht 20000 Meilen unter dem Meer dran gewesen?

ML: Das stimmt natürlich, aber nach In Search of Castaways, also 2004, ging ich noch von einem Verne-Thema für die nächste CD aus, und ich dachte daran, 20000 Meilen zu überspringen. Da gab es diese UMA-CD zu dem Thema und auch noch ein anderes Projekt dazu, an das ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Ich wusste damals ja nicht, dass so viele Jahre ins Land gehen würden, bis sich die Frage wieder stellt. Wahrscheinlich macht es jetzt mehr Sinn. dann überspring ich später lieber den Südafrika-Roman, der für mich zu seinen schwächsten zählt …

JVC: Spannende Frage: Wie geht es – inhaltlich und musikalisch – nach über 7 Jahren mit Nautilus weiter?

ML: Gute Frage. Wenn sich an meinen Vorsätzen fürs neue Jahr nichts ändert, wird es 2016 ein neues Album geben, notfalls in einer Kleinauflage. Gut vorstellbar ist aber auch, dass ich mich solo an einer Sherlock Holmes-Story versuche.

JVC: Wir freuen uns darauf und sind sehr gespannt! Gibt es eine Homepage, auf der man sich über eure nächsten Projekte informieren kann?

ML: Leider hat unser damaliger Webmaster die alte Homepage ohne unser Wissen vom Netz genommen. Die neue Homepage ist derzeit im Aufbau; der aktuelle Stand kann unter http://www.nautilus-nedland.de/ besucht werden.

Vielen Dank, Martin! Abschließend möchte ich allen interessierten Jules-Verne-Fans mit einem offenen Ohr die Musik von Nautilus ans Herz legen. Wer hinter Tangerine Dream keine neue Duftkreation von Rossmann vermutet und für wen Pink Floyd mehr als nur ein VW Golf aus den Neunzigern ist, der dürfte sich bei Nautilus sofort heimisch fühlen. Der Klangkosmos, den die Band auf ihren bisherigen 6 Alben erschaffen hat, lädt zum Einsteigen und Mitreisen ein. Und wenn die Nautilus im nächsten Jahr tatsächlich wieder auf große Fahrt geht, dann dürfen wir uns wohl jetzt schon auf ein außergewöhnliches Hörerlebnis freuen.

Das Interview führte Meiko Richert.